Gesehen: Knowing

Veröffentlicht: 9. April 2009 in Jenes und welches, Meine Meinung

Gestern Abend war ich im Kino. Genauer gesagt: In der Vorpremiere von „Knowing“ mit Nicholas Cage.

Die Handlung in Kürze: Die kleine Lucinda ist ein merkwürdiges Kind: Sie hört Stimmen von „Flüstermenschen“, die außer ihr niemand hört. Als zur Jubiläumsfeier ihrer Schule eine Zeitkapsel vergraben wird, erhalten alle Kinder die Aufgabe, ein Bild zu malen, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Lucinda aber beschreibt stattdessen das ganze Blatt mit einer langen Folge von Zahlen. 50 Jahre später wird die Zeitkapsel wieder ausgegraben, und die darin enthaltenen „Botschaften“ an die jetzigen Schüler verteilt. So kommt Caleb (N.Cages Filmsohn) an Lucindas Blatt. Sein Vater, ein Astrophysik-Professor (N. Cage), erkennt durch Zufall, dass die Zahlenreihe eine Liste von Daten ist: Daten, an denen Katastrophen stattfinden, und die Anzahl der Toten. Die meisten Daten liegen bereits in der Vergangenheit, drei aber in der nahen Zukunft. Und dann fängt auch noch Caleb an, die Stimmen der „Flüstermenschen“ zu hören …

Soweit die Handlung. Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht restlos begeistert war. Atmosphärisch ist der Streifen schön gemacht, zumindest die ersten drei Viertel. Da Sci Fi dran steht, ist natürlich von Anfang an klar, dass die Flüstermenschen Aliens sind. Das macht zunächst aber nichts, weil man ja nicht weiß, was die Aliens nun wollen. Leider wird diese Frage bis zum Schluss auch nicht wirklich beantwortet. Stattdessen explodiert die ganze Erde – natürlich nicht, ohne vorher noch eine rührende Abschiedsszene zwischen Caleb und seinem Vater ausgewalzt zu haben, da nur Caleb und seine Freundin Abby auf der „Arche Noah“ der Aliens mitfahren dürfen.

Insgesamt bleiben viele Fragen am Ende offen, zum Beispiel die Bedeutung der schwarzen Kiesel, die die Flüstermenschen überall hinterlassen, oder die Frage nach den Absichten der Aliens. Waren sie nun verantwortlich für die Katastrophen? Oder haben sie sie nur vorausgesehen und wollten die Menschen eigentlich warnen und retten? Die leuchtenden Engelsflügel, mit denen die Aliens am Ende dargestellt werden, sprechen für letztere Theorie, eindeutig geklärt wird es aber nicht. Ebenso wenig wie die Bedeutung der neuen Ziffernliste, die Caleb geschrieben hat – und die logischerweise mit der Welt zusammen explodiert und somit keinen Nutzen mehr hat. Aber bloß gut, dass sich am Ende alle lieb haben und gemeinsam sterben, nachdem John sich noch schnell mit seinem grummeligen Pfarrersvater versöhnt hat. Ach ja. Und seine Frau war auch tot. Hätte ich fast vergessen.

Alles in allem nette atmosphärische Unterhaltung, leider arg vorhersehbar und mit zu viel Familienschmalz. Dafür cool animierte Action, die schön sparsam dosiert auftritt. Und an den Logikbrüchen im Plot hätte echt noch mal jemand arbeiten müssen, aber hey, wen stört’s? Immerhin haben sie die Welt in die Luft gejagt. Das ist doch schon mal was.

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