Das Ding mit dem Ruhm

Veröffentlicht: 9. Mai 2009 in Jenes und welches

Es gibt so Augenblicke im Leben, da schäme ich mich für mich selbst. So wie heute, wo ich einen guten Teil der Geburtstagsfeier meines Pas verpasse, um das DSDS-Finale zu gucken. DSDS! Genau, das mit dem Bohlen und dem Zickenkrieg und so. Die letzte Staffel hatte ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, auch schon recht regelmäßig verfolgt. Dank Fernsehlosigkeit in meiner neuen Wohnung habe ich aber von der neuen Staffel nur eine einzige Recall-Folge gesehen, und auch das eigentlich nur durch Zufall. Aber dann bin ich – ebenfalls zufällig – auf das „One Moment In Time“-Video von Sarah Kreuz gestoßen. Und ich sag es ganz ehrlich: Ich bin hin und weg. Ich dachte, ich wäre das Fieber losgeworden. Aber jetzt merk ich: Die ganzen kruden Gedanken sind noch da. Der Traum vom Ruhm. Und ich gestehe: Ich bin doch eine echte Rampensau. Ich will das auch! Ich will gesehen werden! Gehört werden! Ich will die Menschen begeistern! Und wie schon bei der letzten Staffel steh ich mit einem Glas Wein in der Hand im Wohnzimmer und übe singen, obwohl ich weiß, dass ich an die Stimme einer Sarah Kreuz niemals, niemals rankommen werde. Singen ist ja auch gar nicht meine eigentliche Profession, aber im Grunde … ist es doch irgendwie ähnlich (auch wenn ich mal davon ausgehe, dass ich mich am Ende doch wieder nicht für die nächste Staffel bewerben werde, selbst wenn ich gerade im Moment wieder arg Lust darauf hab. 😉 ). Klar ist der Ruhm, den man als Autor erreichen kann, nicht zu vergleichen mit der Berühmtheit in der Musik- oder Schauspielbranche. Schriftstellerei ist kein Showbiz. Man muss sich nicht selbst verkaufen, sondern nur das, was man produziert. Aber das reicht mir doch. Das ist genau das, was ich will. Und da drin steckt die Parallele zu DSDS, die mich dazu bringt, es mir immer wieder anzugucken, oder Tage damit zu verbringen, mir die Videos anzuschauen und in Tränen auszubrechen, wenn jemand, den ich sympathisch finde, es eine Runde weiter geschafft hat. Es ist dann leichter, zu glauben, dass ich es auch schaffen kann. Dass ich, eines Tages, Erfolg haben kann mit dem, wo mein ganzes Herzblut drin steckt. Daran möchte ich gern glauben. Ich möchte glauben, dass ich gut genug bin, um eines Tages vom Schreiben leben zu können. Und es tut mir gut, zu denken, dass ich es vielleicht kann. Auch wenn die Agenturen sich noch nicht bei mir gemeldet haben. Ich weiß, ich darf da noch nicht ungeduldig werden – bei S&A ist es jetzt gerade 9 Wochen her, dass ich die Bewerbung abgeschickt habe, bei den anderen noch deutlich weniger, vielleicht 3 oder 4 Wochen. Aber es ist schwer, vielleicht sogar unmöglich. Geduld ist keine meiner Stärken. Das Einzige, was ich tun kann ist, nicht zu sehr zu zeigen, wie mich die Warterei belastet.

Und mich stattdessen um mein Privatleben zu kümmern. Denn ich habe mir an Silvester ja vorgenommen, dieses Jahr nicht nur reich und berühmt, sondern auch glücklich zu werden (ne, Coppi? 😉 ). Ich arbeite dran. Ganz ehrlich. Denn es gibt da im Moment jemanden, der mich mindestens genau so glücklich machen könnte wie eine Agenturzusage (und das ist als ein echtes, ehrliches Kompliment gemeint – auch wenn ich glaube, dass er mein Blog gar nicht liest, möchte ich das doch sagen). Wenn ich es bloß schaffe, bald ein bisschen mutiger zu sein … dann wird hoffentlich alles gut. Drückt mir die Daumen. Ich hab wirklich Angst. Vor allem. Angst  vor der Agenturantwort. Angst vor seiner Antwort. Und gleichzeitig so viele Hoffnungen wie schon lange nicht mehr.

Puh, das war ein langer Beitrag. Aber jetzt ist es raus. Und ich fühl mich besser.

Wünsch euch allen eine gute Nacht!

Kommentare
  1. chuckommando sagt:

    Du hast Angst. Das klingt nach einer guten, sogar sehr guten Voraussetzung, um Mut zu beweisen.

    Ich hoffe, dass die beiden Antworten, auf die du wartest, positiv für dich ausfallen. Ich habe dich zwar noch nicht so richtig kennen lernen dürfen, aber alleine durch dein Sein hast du das Glück schon mehr als verdient.

    Und lass dir von einem alten, sehr alten Jedi die Geduld ans Herz legen, sie kann manchmal ein mächtiger Verbündeter sein.

  2. Felsenkatze sagt:

    Kann dich gut verstehen, Grey, dass du Angst hast. Fühl dich gedrückt und getröstet und dir beigestanden. 😉 Auf dass du glücklich wirst. *anstoß*

    DSDS kann ich nun wirklich kaum nachvollziehen … liegt aber vielleicht daran, dass ich seit Jahren keinen funktionierenden Fernseher mehr habe. Aber ich lege mir einen zu, wenn du dich bewirbst 😉

  3. Moni sagt:

    Ich drück dir ganz doll die Daumen – für alles. Erzähl bei Gelegenheit mal, was dabei rausgekommen ist. 😉

  4. Bernd sagt:

    Du packst das. Im Grunde bist du ein ganz klein wenig wie ich. Ich guck mir diese Sendungen aus irgendeinem unerfindlichen inneren Grund auch immer wieder an… und will doch eigentlich nur Schriftsteller sein.
    Singen? Vor Publikum? Vor Bohlen. Never ever. Aber Bücher vorlesen schon. Zum Glück bin ich vom Alter her schon längst jenseits von Gut und Böse. Bei so einer Show brauche ich mich gar nicht erst zu bewerben. Vielleicht als Hirtenmichael oder Pottspaul bei… hm… wie heißt das jetzt noch gleich. Ich habe mir vorgestellt, wie ich da reinkomme, mich auf einen Stuhl setze und dann anfange, aus meinem Buch zu lesen. Jesus ;-))

    Hey… Grey… ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und drücke dir ganz fest die Daumen, für die Agentur und den Glücklichen, der irgendwo da draußen wartet, dass du dich endlich traust, sich deswegen die Fingernägel abknabbert, weil er sich so unsicher ist und von seinem Glück noch gar nichts weiß. Trau dich… ok… erst mal annähern, ausprobieren und nach einiger Zeit des aneinander Gewöhnens erst die Trauung 😉 Ich freue mich für dich. Das sind ja alles prima Nachrichten und wie ich in einem anderen Bericht gelesen habe, hat sich die Agentur ja positiv gemeldet.

    Alles Gute und viele Grüße

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