Archiv für die Kategorie ‘Journalismus’

Wenn Menschen, die mich noch nicht so lange kennen, erfahren dass ich Schriftstellerin bin, ernte ich dafür oft ehrfurchtsvolle bis ungläubige Blicke. Der Dialog verläuft dann meist ungefähr so:

„Was, du hast ein Buch geschrieben?“ – „Eins? Nein … eigentlich schon sieben, aber Nr. 1-5 werden nicht veröffentlicht. Und dann sind da noch drei, die ich angefangen habe und irgendwann fertig schreiben will, und ich hab danach noch ungefähr fünf in Planung.“ – „Whoa, woher hast du denn die ganzen Ideen?“ – Och, von da und da. Aber die meisten aus dem Studium.“ – „Ach, was hast du denn studiert, Germanistik?“ – „Nee, Biologie …“

Die Blicke danach sind meist noch ungläubiger als vorher. Weil die meisten Leute nämlich nicht glauben, dass Biologie und Schriftstellerei gut zusammenpassen. Stimmt aber nicht. Es passt ganz hervorragend zusammen. Biologie ist ganz unglaublich inspirierend – es gibt so unendlich viele Abstrusitäten im Tier- und Pflanzenreich, dass einem das Hirn nach beispielsweise einer Vorlesung über Verhaltensbiologie geradezu übersprudelt vor neuen Ideen. Fast alle meine krudesten Ideen sind irgendwie biologisch beeinflusst, auch wenn man es manchmal gar nicht mehr so merkt. Am offensichtlichsten ist es natürlich bei den Hämophagen, diesen T-Phagen ähnlichen Viren, über die sich der Vampirismus in der „Blutgabe“ verbreitet. Aber auch bei meinen Feen in der „Obsidianstadt“ habe ich fleißig bei Mutter Natur geklaut: Die Feen legen ihre Eier in menschliche Wirte, wo die kleinen Feen dann schlüpfen und sich von ihrem Wirt ernähren, bis sie groß genug sind, um auszubrechen und selbst ihre Eier in irgendwen reinzulegen – so wie manche Schlupfwespen das bei Motten oder Spinnen machen. Und dann plane ich noch diese Zwitterwesen, deren Spermien in ihrem Speichel enthalten sind, und wo das Sperma sich amöboid durch jedes Gewebe fortbewegen kann, bis es die Eizelle gefunden hat. Manche Würmer und Käfer können das auch. Vergesst anstrengenden Sex – einmal ins Glas spucken reicht um jemanden zu schwängern. 😉

Die Liste könnte ich beliebig fortsetzen. Ich finde auch diese Bäume toll, die über Duftstoffe miteinander kommunizieren und sich so vor einer Giraffenhorde warnen können, die ihre Blätter fressen wollen – die Bäume fangen dann an, Bitterstoffe zu produzieren und schon schmeckts den langhälsigen Biestern nicht mehr. Ich wette, daraus ließe sich eine gute Geschichte stricken. Oder, Oktopus anthropomorph: Ein armer Kerl, der Jahre mit der Suche nach der passenden Frau verbringt, nur um dann all sein Sperma in seinen Arm zu pumpen, den Arm abreißt und nach der Frau wirft, in der Hoffnung, sie dadurch zu befruchten …

Okay. Das wird vielleicht ein bisschen zu wild. 😉

Aber ja, ein bisschen vermisse ich die Uni und die wilden Geschichten, die man da so hört. Deswegen ja auch mein Studium zur Fachjournalistin – dann kann ich biologische Fachzeitschriften von der Steuer absetzen, und es ist keine Prokrastination, sie dann auch zu lesen. Und wenn ich da in diesem Kontext drüber nachdenke, bin ich gleich viel motivierter, mich an meine Unterlagen für dieses staubtrockene Modul zu Medienrecht zu setzen …

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Post für den Tiger

Veröffentlicht: 2. Juni 2010 in Journalismus

Gestern hat mir der UPS-Mann meine Unterlagen fürs Fernstudium gebracht. Einen ganzen Karton voller Reader in hübschem Glanzeinband, und meine Anmeldedaten für den Onlinecampus. So viel sieht das gar nicht aus … als könnte man so ein Modul in einer oder zwei Wochen bearbeiten, wenn man sich ernsthaft dransetzt. Nuja, soll ja auch berufsbegleitend sein. Und wenn ich bedenke, dass ich bald vermutlich ordentlich überarbeiten muss, passt mir das auch ganz gut in den Kram.

Jedenfalls werde ich  mir für heute gleich mal den ersten Reader mit in den Zug nehmen und das Studieren anfangen.  Recherche heißt das erste Modul und ist ein Pflichtmodul. Mal sehen, ob ich da noch ordentlich recherchieren lerne. 😉 Ich werd euch jedenfalls auf dem Laufenden halten, wie es mir mit dem Studium so ergeht.

So lang, machts gut. 🙂