Archiv für die Kategorie ‘Meine Meinung’

14 – Gesehen: Black Swan

Veröffentlicht: 11. Februar 2011 in Meine Meinung

Gestern war ich seit längerer Zeit mal wieder im Kino, in einem Film, den ich schon seit einer Weile sehen wollte: Black Swan. Und ich muss sagen, ich fand ihn ziemlich gut. Sehr bedrückend, das ja – und ich zartes Seelchen musste mir mehrmals die Augen zuhalten, weil meine Spiegelneurone ja so unglaublich gut funktionieren. Der Film ist sehr intensiv, so intensiv, dass es manchmal fast nicht auszuhalten ist. Keine leichte Kost in jedem Fall. Aber wirklich, wirklich sehenswert, wenn man sich von Kino nicht nur gut verdauliche Unterhaltung erhofft. Und über das Ende war ich bei aller Grauenhaftigkeit doch erleichtert. Warum, das verrate ich jetzt aber nicht. 😉

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17 – Gelesen: Die Panem-Trilogie

Veröffentlicht: 8. Februar 2011 in Meine Meinung

Wenn man krank ist, hat man eine Menge Zeit. Die kann man zwar meist nicht besonders sinnvoll verbringen, weil der Kopf nicht mitspielt, aber oft reichen die Kapazitäten gerade noch zum Lesen. Und das habe ich auch getan – ein Glück für mich, dass am Dienstag Panem II und III frisch bei mir eingetroffen sind. Und nachdem mir die Geschichte jetzt schon seit dem Auslesen am Samstag im Kopf rumspukt, schreibe ich jetzt eine Rezi für alle drei Bände – damit wir das hinter uns haben. Für alle, die nicht wissen, worum es geht, hier eine kleine Einführung (geklaut von Amazon):

„In einem Nordamerika der fernen Zukunft regiert das Kapitol mit eiserner Hand. Die meisten Menschen in den unterjochten zwölf Distrikten kämpfen tagtäglich ums Überleben. So auch die sechzehnjährige Katniss. Sie sorgt dafür, dass ihre kleine Schwester Prim und ihre Mutter nicht verhungern, indem sie unerlaubterweise hinter dem Zaun des Distrikts auf die Jagd geht. Doch der Hunger ist nicht die größte Bedrohung: Jedes Jahr werden die „Hungerspiele” ausgetragen, eine Art Gladiatorenkampf. Aus jedem Distrikt werden dafür ein Mädchen und ein Junge zwischen zwölf und sechzehn Jahren ausgelost. Und dieses Jahr trifft es Prim. Doch Katniss geht für ihre Schwester in den grausamen Kampf, der so lange dauert, bis nur noch einer von den vierundzwanzig „Spielern” am Leben ist. Das ist furchtbar genug, doch zu allem Überfluss ist einer von Katniss’ Gegnern ausgerechnet Peeta, der ihr schon einmal das Leben gerettet hat …“

Fangen wir ganz logisch an mit Band I – Tödliche Spiele. Das Buch hatte ich vor einem knappen halben Jahr von meiner Agentin ans Herz gelegt bekommen und nicht viel später gelesen – und ich muss sagen, es hat mich wirklich geflasht. Ich war schon lange nicht mehr so begeistert und gefesselt von einem Buch. Katniss, die Protagonistin, ist sperrig, liebenswert, jugendlich, klug – und vor allem menschlich. Die ungewohnte Erzählweise im Präsens und aus der Ich-Perspektive scheint zunächst gewöhnungsbedürftig, ist aber schon nach zwei Seiten gar nicht mehr komisch. Kurzum: Ich habe das Buch geliebt, und ich habe nur deshalb mit dem zweiten Band so lange gewartet, weil ich auf den dritten gewartet habe.

Band II – Gefährliche Liebe schließt direkt an Band I an. Der zentrale Konflikt um die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, ihrem Gefährten Peeta aus der Arena und ihrem besten Freund, Vertrauten und Jagdgefährten Gale wird aus verschiedenen Richtungen beleuchtet, viel Charakterentwicklung gezeigt – aber im Zentrum steht zuletzt doch wieder die Arena, die Spiele, was ich gut und richtig finde. Insgesamt erfüllt das Buch viele Hoffnungen – was mir gefehlt hat, war leider der Reiz einer neuen Bedrohung. Und, nicht zu vergessen, der Fluch des zweiten Buchs hat auch vor dieser Trilogie nicht Halt gemacht – jenes „Wissen, dass da noch was kommt“, das so leicht einen Teil der Spannung frisst. So auch hier: Gerade weil ich wusste, da kommt noch ein dritter Band, war mir im Grunde ab der Verkündung der Regeländerungen für die 75. Hungerspiele klar, wie es ausgehen würde. Und noch viel schlimmer war, dass ich Recht hatte. Aber das hindert Panem II nicht daran, wie Band I ein fantastisches Buch zu sein, das mich gerührt, bewegt, gefesselt hat. Zum Lesen habe ich nur einen Tag gebraucht.

Band III – Flammender Zorn schließt genau so unmittelbar an Band II an wie es zuvor auch bei den ersten beiden Büchern der Fall war. Nachdem die Hungerspiele nun beendet sind, geht es in Band III vor allem um den Krieg zwischen Rebellen und Kapitol – und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn ja, natürlich, Katniss ist das Gesicht der Rebellion, und natürlich steht sie nicht die ganze Zeit an vorderster Front. Trotzdem hatte ich das Gefühl, die Erzählperspektive, die im ersten und zweiten Buch so besonders, so wunderbar funktioniert hat, weil es in der Geschichte eben um Charakterentwicklung ging, darum, den Leser durch die Figur die Welt innerhalb und außerhalb der Heldin entdecken zu lassen – ist jetzt ein Hindernis. Beispielsweise bei der spektakulären Rettungsaktion ins Kapitol: Es hätte mich brennend interessiert, was dort passiert. Aber nein, der Leser darf nicht mit. Stattdessen beobachten wir Katniss, wie sie Knoten in eine Schnur bindet und sich selbst bemitleidet. Überhaupt hatte ich das Gefühl, mindestens ein Drittel des Buchs Katniss dabei Gesellschaft zu leisten, wie sie in irgendwelchen Krankenstationen versorgt wird. Das war mir zu viel, ehrlich.

Was mir auch nicht gefallen hat, war die Art, wie Suzanne Collins im Abschlussband mit der Dreier-Liebesgeschichte umgeht. Klar, Katniss konnte am Ende nicht beide nehmen. Und ich würde lügen, wenn ich behaupte, ich hätte nicht seit Band II gewusst, für wen sie sich am Ende entscheidet – die Entscheidung, übrigens, die ich selbst auch für die passendere halte und die ich daher grundsätzlich gut finde. Aber mir hat wirklich nicht gefallen, wie sie mit dem „Verlierer“ umgeht. Wie er so sang- und klanglos aus Katniss‘ Leben verschwindet, dass es nicht einmal Platz für einen Gedanken an ihn im Epilog gibt. Das ganze dritte Buch über wird die Beziehung zwischen ihm und Katniss ein bisschen lieblos behandelt, und er darf nicht mal mehr ernstzunehmende Konkurrenz für den späteren Gewinner sein. Das finde ich dem Charakter gegenüber wirklich unfair. Ich mag ihn, und er tut mir sehr leid. Er hätte im dritten Band eine bessere Behandlung verdient, finde ich. Und deswegen bin ich Frau Collins auch ein bisschen böse. Wie auch für die schon erwähnte Sache mit den Krankenstationen und fürs sinnlose Ermorden einer der liebenswertesten Figuren des Buchs plus etlicher anderer cooler Charaktere, nur um Katniss schon wieder in eine dieser Krankenstationen zu verfrachten, ehe sie ihr Ziel erreicht – und dann die Rebellen alles machen zu lassen. Ehrlich, das fand ich ziemlich blöd, und das war eine dieser Stellen, wo ich mir veralbert vorkam.

Vom letzten Showdown, wo Katniss endlich mal wieder spontan selbst die Dinge regelt, war ich dann allerdings wieder so begeistert, dass es mich fast für alles andere versöhnt hat. Überhaupt klingt das alles vermutlich nun negativer als ich es sehe. Insgesamt hat mich die Trilogie wirklich begeistert, und ich würde mich durchaus als Fan einstufen. Suzanne Collins weiß wirklich, wie man eine Geschichte erzählt. Ihre Sprache ist klar, unerschrocken und mitreißend, und sie führt den Leser mit einem unglaublichen Gefühl für Spannung durch die Bücher. Sie ist unschlagbar, wenn es darum geht, bewegende Momente zu schaffen – ich kann mich nicht erinnern, wann ich bei einem Buch zuletzt so viel geweint habe wie bei Panem. Beeindruckend auch, wie Collins mit den zahlreichen Figuren umgeht, wie sie Charaktere so einbindet, dass man sie allein durch eine kurze Erwähnung im dritten Band sofort wieder präsent hat, auch wenn die Lektüre von Band I schon eine ganze Weile her ist. Selbst bei den kleinsten Nebenrollen muss man nie nachschlagen, wer das nun nochmal war. Man ist immer mittendrin in der Geschichte, die vom ersten Absatz an einen unglaublichen Sog entfaltet. Ich bereue keinen Cent und keine Sekunde, die ich in diese wirklich lohnenswerten Bücher investiert habe, und ich würde sie jedem empfehlen, der mal wieder eine gute Reihe lesen will. Das Ende ist Geschmackssache, natürlich, und ich persönlich hätte vielleicht ein paar Dinge anders gemacht. Aber der Weg der Autorin hat seine Berechtigung. Auch wenn er mich ein bisschen verstört und aus den oben genannten Gründen auch ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat. Aber jetzt, wo ich diese ganzen Gedanken los bin, kann ich vielleicht endlich wieder mehr an meine eigenen Geschichten denken als an Panem.

Nur eins noch: Ich frage Menschen, die meine Geschichten lesen, eigentlich immer danach, wer ihr Lieblingscharakter war. Deswegen gebe ich meinen bei anderer Menschen Bücher auch immer an. Mein Lieblingscharakter bei Panem war weder Katniss, noch Peeta, noch Gale. Es war Cinna. Eindeutig und unangefochten. Nur schade, dass er nicht so viel vorkam.

26 – Nachträglich, dafür mit Rezi ;)

Veröffentlicht: 31. Januar 2011 in Meine Meinung

Und nun ist es doch passiert. Ich habe einen Eintrag verpennt. Weil: Gestern gelesen und dann auf dem Sofa eingeschlafen. Ich bin einfach so unglaublich müde in den letzten Tagen, ich weiß gar nicht wohin mit mir. Woher das kommt, weiß ich nicht so genau, denn eigentlich schlafe ich wie gewohnt 6-7 Stunden pro Nacht, das ist bei mir für gewöhnlich die optimale Menge Schlaf, um mich ausgeruht und fit zu fühlen. Kürzer ist doof, länger aber auch. Und im Moment ist halt alles doof – zumindest was den Schlaf angeht. Und so habe ich dann gestern keinen Blogeintrag mehr geschrieben. Aber weil ich nicht will, dass meine Zahlenreihe eine Lücke hat, blogge ich heute einfach zweimal. 😉

Was mich gestern so effektiv vom Internet ferngehalten hat, war jedenfalls Das Lied der Sonnenfänger von meiner lieben Freundin und Kollegin Miss Jules. Ein Buch, das ich hier auf jeden Fall auch vorstellen möchte, weil es mir wirklich gut gefallen hat. Und das ist meine Meinung dazu:

Wir befinden uns in Neuseeland, zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die irische Familie O’Brien, in Irland verarmter Adel, sucht am Wakatipusee neues Glück in der Schafszucht.

Neuseelandroman … Familiensaga … tatsächlich sind das ja nicht unbedingt die Themen, über die ich häufig Romane lese – um ehrlich zu sein, eigentlich nie. Aber „Das Lied der Sonnenfänger“ ist einfach ein schönes Buch – äußerlich und innerlich.
Vor dem Lesen bleibt der Blick erst einmal an dem tollen Cover hängen, das „in echt“ noch so viel besser wirkt als auf Bildern im Internet. Schlägt man dann schließlich die erste Seite auf, stellt man erfreut fest: Ja, Layout und Satz sind ebenfalls gefällig, nichts was die Augen zu sehr stresst, wenn man doch über 500 Seiten lesen soll. Und dann, ja dann gelangt man zum Inhalt.

Und da muss ich sagen, ist mir etwas passiert, was ich so nicht erwartet hätte: Ich habe das getan, was man allgemein „ein Buch verschlingen“ nennt. Genau gesagt, habe ich morgens angefangen und war abends damit durch, wäre zwischendurch fast zu spät zur Arbeit gekommen deswegen – und das passiert mir wirklich nur, wenn mich ein Buch sehr fesselt. Ich bin für gewöhnlich ja doch mehr in der Urban Fantasy zuhause, natürlich nicht in der verkitschten Romantasy, sondern dort wo es düster ist und auch mal ordentlich kracht vor Paranormalität und blutiger Action. Erwartungsgemäß findet sich davon nicht so sehr viel in einer Neuseeland-Familiensaga. Aber(!) ich durfte mal wieder feststellen, dass ein Buch doch auch und vor allem von seinen Figuren lebt. Von ihrer Entwicklung, von ihren Gedanken – wenn sie gut erzählt sind. Und erzählen, ja das kann dieses Buch. Jeder einzelne Charakter der Geschichte ist glaubwürdig, hat Tiefe, ist interessant – wenn auch nicht immer liebenswert. Sehr gefallen haben mir vor allem die starken Frauenfiguren, besonders Siobhan, die in meinen Augen die stärkste und beeindruckendste Entwicklung durchmacht.
Auch die Sprache passt gut zum Roman, ist ausdrucksstark ohne geschwollen zu wirken. Ich war noch nie in Neuseeland, aber in Gedanken bin ich jetzt zum ersten Mal hingereist. Und es war wirklich sehr schön dort.

Ein doofes hat die Sache, ich habe jetzt wieder richtig Lust, noch mehr Bücher zu lesen. Dabei muss ich doch schreiben! Seufz. Na mal sehen. Ich mache jetzt das Dokument auf. Und dann schau ich mal, was dabei herauskommt. Und nachher kommt dann noch der „echte“ Blogeintrag für heute … 😉

34 – Viva la Vinophilia!

Veröffentlicht: 22. Januar 2011 in Jenes und welches, Meine Meinung

Gestern Abend gab es was zu feiern. Der Daniel hat nämlich seine erste Diplomprüfung in Organischer Chemie bestanden. Aus gegebenem Anlass haben wir uns also gedacht, er, die Sophie und ich, wir bestellen uns eine XXL-Pizza und trinken einen schönen Wein darauf.

Aaaaber nicht irgendeinen Wein! Vor nicht all zu langer Zeit nämlich, namentlich kurz nach meiner letzten Amazon-Bestellung, habe ich mich selbst mit Hilfe eines Gutscheins, der der Bestellung beilag, in den Besitz von sechs Flaschen spanischem Wein gebracht. Rot. Trocken. Und normalerweise echt teuer. In diesem Probierpaket mit sechs verschiedenen Weinen waren nämlich zwei Flaschen enthalten, die normalerweise jeweils stolze 15 € kosten. Ich habe für das ganze Paket insgesamt 29,50 bezahlt – war also ein echtes Schnäppchen.

Wie auch immer. Eine dieser enorm edlen Weinflaschen haben wir dann gestern aufgemacht, nachdem wir vorher noch die Reste einer etwas weniger edlen Sorte (3,95 €) getrunken hatten. Wir hatten also sozusagen den direkten Vergleich.

Und was soll ich sagen – der Wein war wirklich gut! Klar ist das auch ein anderes Gefühl, sowas teures zu trinken, aber auch rein vom Geschmack her war das schon ein wirklich feiner Wein.

Allerdings, für mein Empfinden, auch nicht wirklich besser als der günstigere. Der hat mir nämlich auch enorm gut geschmeckt. Und ganz ehrlich – hätte ich nicht gewusst, welcher von beiden der teurere, bessere Wein ist, ich hätts nicht raten können. Ich Banause.

Ist aber doch beruhigend zu wissen: Ich muss mich nicht in horrende Kosten stürzen, um leckeren Wein zu trinken, mit dem ich 100% zufrieden bin. Ein Glück. Wenn ich nun bei dem Edelwein mit vielen Ahs und Ohs hintenüber gekippt wäre, das wär schon gemein gewesen, denn dann wäre ich tatsächlich versucht gewesen, mehr von diesem Wein zu bestellen. So aber kann ich bei meinem 3-5€ Supermarktwein bleiben, ohne was zu vermissen.

Ist doch auch was wert.

Ich habe ja schon fast nicht mehr dran geglaubt. Aber seit ein paar Tagen, seit Donnerstag, um genau zu sein, ist es in Bielefeld warm genug, dass die gigantischen Massen an Schnee, die über uns hereingebrochen sind seit Anfang Dezember, endlich ein Stück weit abtauen. Ich sage: „Ein Stück weit“, weil immer noch genug von der inzwischen weitgehend grauen Pampe vor den Häusern rumliegt. Auf den Häusern teilweise auch noch, aber arg viel ist es nicht mehr – das Krachen von Dachlawinen war gestern regelmäßig zu hören. Grund genug für mich, den ganzen Tag in der Wohnung zu verbringen, mich in eine Decke einzuwickeln, mit meinem Laptop zu kuscheln – und ein Buch zu lesen, bei dem einem das Herz warm wird.

Zum Glück hatte ich gerade eins da, weil meine liebe Freundin und Kollegin Maja mir erlaubt hat, ihren Geigenzauber testzulesen. Das habe ich dann auch gemacht, 354 Normseiten, flutsch, und schon war der Tag vorbei und mein Kopf um geschätzte 10.000 Bilder und Gedanken reicher. Ich habe gelacht, obwohl es manchmal traurig war, und fast geweint, weil es so schön war. Ein sehr feeisches, schillerndes Buch mit so viel Feenstaub, dass meine Wohnung immer noch ganz glitzerig ist. Und da soll man dann über düstere Vampir-Zukunftsszenarien schreiben …

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich dieses Buch lesen durfte, und ich werde es nochmal lesen, wenn es fertig aufpoliert ist und verkauft, und als Hardcover seinen Platz in meinem Regal findet. Denn dass das passiert glaube ich fest, denn sonst müsste ich denken, die Verlage sind an guten Büchern gar nicht interessiert, und das wiederum wäre schlecht für mein Ego, das doch noch immer sehr an der Obsidianstadt hängt (nein, dafür mache ich jetzt noch keinen Countdown. Für die Vampire sind es übrigens noch 48 Tage – um diesen Punkt auch erwähnt zu haben. ;-)).

Natürlich bin ich auch sehr gespannt, was die anderen Testleser sagen, und was Maja aus dem Buch macht, und ob sie überhaupt irgendwas von meinen Anmerkungen gebrauchen konnte. Aber das muss die Zeit zeigen. Jetzt schau ich mir noch ein bisschen das Geglitzer in meinem Kopf an und hüpfe dann zurück in meine eigenen düsteren Welten. Es war ein schöner Ausflug. Dafür danke!

Gesehen: Coraline

Veröffentlicht: 19. August 2009 in Meine Meinung

So, nach all der Aufregung mal was anderes. Gestern Abend war ich im Kino und habe mir den Film „Coraline“ angeschaut. Erstens, weil ich Trickfilme mag (wenn auch eigentlich noch lieber Zeichentrick). Zweitens, weil in der Beschreibung was von „düster“ stand. Und drittens, weil er auf einer Geschichte von Neil Gaiman basiert.

Die Handlung in Kürze: Coraline zieht mit ihren Eltern in den „Rosa Palast“, ein alterndes viktorianisches Haus in trister Umgebung und mit lauter abgefahrenen Nachbarn. Ihre Eltern sind Flora-Katalog-Autoren und haben nie Zeit für ihre Tochter. Bei der Erkundung des Hauses stößt Coraline dann auf eine Geheimtür, hinter der ein Tunnel in eine Parallelwelt führt, in der alles besser ist – nur dass alle Wesen statt Augen schwarze Knöpfe haben. Ihre „anderen Eltern“ dort kümmern sich liebevoll um das Kind, und Coraline ist begeistert, als  ihre „andere Mutter“ ihr anbietet, für immer in der Parallelwelt bleiben zu dürfen. Dafür müsste sie sich aber ebenfalls Knopfaugen annähen lassen – und Coraline erkennt, dass sie kurz davor war, in eine schreckliche Falle zu laufen …

Anfangs kommt der Film noch recht locker und fröhlich daher, trotz des beständigen Regenwetters und einem ungebrochenen Anklang von Skurrilität, der sich durch den ganzen Film zieht. Coraline ist eine durch und durch sympathische Heldin, die sich auf Kinderart ihre Situation möglichst angenehm macht. Der Grusel beginnt, als sie in die Parallelwelt kommt. Zwar ist Anfangs noch alles schön und gut dort, aber als erfahrener Cineast und Geschichtenliebhaber fällt man darauf natürlich nicht rein. Die Unheimlichkeiten und Skuriilitäten steigern sich langsam, und wirken durch die sehr schön animierten Bilder tatsächlich noch gruseliger als ein „Realfilm“. Ich weiß nicht, wie der Film auf Kinder wirken würde (FSK 6 – ich hätte mich seinerzeit vermutlich zu Tode gegruselt, aber wer weiß, wie die Kids von heute so drauf sind …), aber ich fand es streckenweise schon sehr schaurig. Schön schaurig allerdings. Tatsache ist, ich bin lange nicht mehr so zufrieden aus dem Kino gegangen. Der Film war spannend, kurzweilig und originell und noch dazu, wie schon gesagt, sehr schön animiert und mit Fingerspitzengefühl und genau der Richtigen Dosis Absonderlichkeit erzählt. Ein Film, um ihn auf DVD zu haben, definitiv. Auch wenn ich ihn wirklich nicht an sechsjährige Kinder empfehlen würde. Aber das muss ja jeder selbst wissen.

Gesehen: Knowing

Veröffentlicht: 9. April 2009 in Jenes und welches, Meine Meinung

Gestern Abend war ich im Kino. Genauer gesagt: In der Vorpremiere von „Knowing“ mit Nicholas Cage.

Die Handlung in Kürze: Die kleine Lucinda ist ein merkwürdiges Kind: Sie hört Stimmen von „Flüstermenschen“, die außer ihr niemand hört. Als zur Jubiläumsfeier ihrer Schule eine Zeitkapsel vergraben wird, erhalten alle Kinder die Aufgabe, ein Bild zu malen, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Lucinda aber beschreibt stattdessen das ganze Blatt mit einer langen Folge von Zahlen. 50 Jahre später wird die Zeitkapsel wieder ausgegraben, und die darin enthaltenen „Botschaften“ an die jetzigen Schüler verteilt. So kommt Caleb (N.Cages Filmsohn) an Lucindas Blatt. Sein Vater, ein Astrophysik-Professor (N. Cage), erkennt durch Zufall, dass die Zahlenreihe eine Liste von Daten ist: Daten, an denen Katastrophen stattfinden, und die Anzahl der Toten. Die meisten Daten liegen bereits in der Vergangenheit, drei aber in der nahen Zukunft. Und dann fängt auch noch Caleb an, die Stimmen der „Flüstermenschen“ zu hören …

Soweit die Handlung. Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht restlos begeistert war. Atmosphärisch ist der Streifen schön gemacht, zumindest die ersten drei Viertel. Da Sci Fi dran steht, ist natürlich von Anfang an klar, dass die Flüstermenschen Aliens sind. Das macht zunächst aber nichts, weil man ja nicht weiß, was die Aliens nun wollen. Leider wird diese Frage bis zum Schluss auch nicht wirklich beantwortet. Stattdessen explodiert die ganze Erde – natürlich nicht, ohne vorher noch eine rührende Abschiedsszene zwischen Caleb und seinem Vater ausgewalzt zu haben, da nur Caleb und seine Freundin Abby auf der „Arche Noah“ der Aliens mitfahren dürfen.

Insgesamt bleiben viele Fragen am Ende offen, zum Beispiel die Bedeutung der schwarzen Kiesel, die die Flüstermenschen überall hinterlassen, oder die Frage nach den Absichten der Aliens. Waren sie nun verantwortlich für die Katastrophen? Oder haben sie sie nur vorausgesehen und wollten die Menschen eigentlich warnen und retten? Die leuchtenden Engelsflügel, mit denen die Aliens am Ende dargestellt werden, sprechen für letztere Theorie, eindeutig geklärt wird es aber nicht. Ebenso wenig wie die Bedeutung der neuen Ziffernliste, die Caleb geschrieben hat – und die logischerweise mit der Welt zusammen explodiert und somit keinen Nutzen mehr hat. Aber bloß gut, dass sich am Ende alle lieb haben und gemeinsam sterben, nachdem John sich noch schnell mit seinem grummeligen Pfarrersvater versöhnt hat. Ach ja. Und seine Frau war auch tot. Hätte ich fast vergessen.

Alles in allem nette atmosphärische Unterhaltung, leider arg vorhersehbar und mit zu viel Familienschmalz. Dafür cool animierte Action, die schön sparsam dosiert auftritt. Und an den Logikbrüchen im Plot hätte echt noch mal jemand arbeiten müssen, aber hey, wen stört’s? Immerhin haben sie die Welt in die Luft gejagt. Das ist doch schon mal was.