Archiv für die Kategorie ‘Panikmache und Selbstmitleid’

Vor gefühlten 50 Jahren kam ein Film is Kino, den ich damals absolut grandios fand: „Der Mann in der eisernen Maske“ mit Jeremy Irons, John Malkovich, Gerard Depardieu und Leonardo diCaprio. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich ihn damals gesehen habe. Bis heute könnte ich sicher 50% des Films auswendig zitieren. Vielleicht sollte ich langsam über die Anschaffung einer DVD oder BluRay nachdenken.

Warum erwähne ich das heute? Vor allem deshalb, weil ich in den letzten Tagen seit meiner Rückkehr aus München sehr oft an den Film habe denken müssen. Es gibt darin eine Szene, wo Aramis Louis erklärt, wie er sich als König auf dem Maskenball verhalten soll, und er sagt: „Wenn du dir unsicher bist, winke und sage: ‚Nur weiter!'“ Und genau das sage ich mir seit Montag immer wieder. Weil ich ja auch weitermachen muss, egal wie unsicher ich mir bin.

Aber vielleicht sollte ich vorn anfangen. Zuerst mal: Der Besuch in München beim Verlag war wirklich toll. Ganz viel Autorenbauchpinselei – ich glaube ich habe an einem Tag noch nie so oft gesagt bekommen, wie toll ich bin. 😉 Ich habe meine Lektorin kennengelernt, die Programmleiterin, die Pressedamen und und und … Das für in Kürze angedrohte Lektorat wird wohl keine all zu große Sache, wie es aussieht. Es wird ein Leseexemplar für die Buchhändler geben, und wahrscheinlichhoffentlichvielleicht ein Hörbuch. Ich habe außerdem die Coverdamen getroffen, die schon in Verhandlungen mit einer ganz tollen Grafikerin sind, die unter anderem dieses Cover gemacht hat. Ich bekomme aber voraussichtlich kein Frauengesicht, sagte man mir, sondern was „ganz eigenes, ganz neues“. Da bin ich ja mal gespannt. 😉 Und die Obsidianstadt soll wohl auch einen neuen Namen bekommen, weil in der Zielgruppe die Gefahr zu groß ist, dass die Leser nicht wissen, was Obsidian ist. Ein bisschen schade ist das, ich mochte den Titel. Aber ich vertraue einfach mal darauf, dass die Herrschaften im Verlag schon was schönes finden werden. Jedenfalls wird da in den nächsten Wochen viel in Bewegung sein – viel Futter für den Countdown. 😉

Abseits von der Obsidianstadt haben wir auch über das nächste Projekt gesprochen und uns auf eine gewisse Katzengeschichte geeinigt, weil Projekt X zu komplex ist. Na ja, aber da ich beide Konzepte sehr mag, bin ich mit der Entscheidung ganz glücklich – ein Grund mehr, in Berlin zu recherchieren. 😉

Der Montag war also alles in allem ein toller Tag.  Allerdings war es auch der Tag, an dem ich die bisher härteste Kritik von meiner Agentin einstecken musste, und zwar für die ersten 250 Seiten Vampire. Zum Glück hatten wir 4 Stunden Zugfahrt, um darüber zu sprechen, wie ich das Ding noch retten kann – aber das wird viel Arbeit, und ich bin deshalb nun nicht ganz so glücklich wie ich sein könnte.  Ich denke, es hat mich vor allem deshalb recht hart getroffen, weil meine Agentin einfach alle Befürchtungen ausgesprochen hat, die ich schon seit Schreibbeginn mit mir rumtrage. Ich fühle mich also voll im negativen Sinn bestätigt, und daran muss ich erstmal knabbern. Zum Glück habe ich gleich einen Schlachtplan an der Hand, wie ich vorgehen kann – und keine Zeit, in Schockstarre zu versinken. Das ist sicher gut. Aber ich kann mich nicht erinnern, jemals so eine Versagensangst im Nacken gehabt zu haben. Denn, wer weiß, wenn ich jetzt alles umstoße und neu mache, ist es vielleicht nachher immer noch schlecht. Aber ich kann mir, wie schon erwähnt, Schockstarre nicht erlauben. Daher: „Nur weiter!“, sage ich mir selbst, und irgendwie werde ich so das Monster doch noch in die Knie zwingen.

Hoffentlich.

Es ist ja nicht mehr lange hin bis zu meinem Besuch in München. Jenem wichtigen Besuch, der vermutlich darüber entscheiden wird, welches Buch ich nach den Vampiren II schreiben werde. Das ist aufregend, das ist spannend, das zehrt an den Nerven – und es ist wahnsinnig anstrengend. Denn es bedeutet, dass ich neben der Schreibarbeit für die Vampire auch noch Konzepte entwickeln muss. Zwei Stück an der Zahl. Dabei kann ich einerseits gar nicht gut an mehreren Geschichten gleichzeitig arbeiten, schon gar nicht an dreien, und andererseits bin ich im Exposeeschreiben einfach unglaublich und phänomenal grottenschlecht. Ich schaffe es nie, aber auch wirklich nie, die Geschichte auf kleinem Raum so darzustellen, wie sie in meinem Kopf aussieht – und ja, das Exposee schneidet immer, aber auch wirklich immer schlechter ab. Mal ganz davon abgesehen, dass ich für gewöhnlich das Ende der Geschichte erst beim Schreiben entdecke. Aber das geht hier natürlich nicht.

Heute jedenfalls habe ich es trotz aller Mühen geschafft, meiner Agentin ein Päckchen zu schnüren: Zwei Jugendbuchkonzepte und die erste Hälfte von „Unberührbar“. Und prompt ist mir schlecht. Prompt verfalle in eine Art Schockstarre, in der ich gar nichts mehr tue, als darauf zu warten, dass sich bittebitte irgendwer von meinen Testlesern rührt und mir den Kopf tätschelt. Mir sagt, dass das alles gar nicht so entsetzlich mies ist, wie es mir gerade vorkommt. Und das ist keine Kokettiererei! Diese Selbstzweifel, die kommen, wumms, wie ein Holzhammer. Blöd, aber ich kann dagegen irgendwie nichts machen. Außer warten.

Na ja, und Braveheart gucken. Mich schonmal auf die Highlands einstimmen und am Plot basteln für die zweite Buchhälfte, falls die erste nun doch ganz gut ankommt. Und, hm, die Augen fest zumachen und hoffen. Dass, bitte, auch diesmal diese fiesen Selbstzweifel größtenteils unbegründet sind. Aber das muss mir jemand anderes sagen. Mir selbst glaube ich das nämlich nicht. Ich fühle mich höchstens schlecht, weil ich mir immer sage, ich von allen Menschen habe wohl am wenigsten Recht zu jammern. Weil’s albern ist. Wirklich albern. Und ungerecht gegenüber Menschen, die viel mehr strampeln und zittern müssen als ich. Ich fühle mich schlecht, ehrlich.

Aber aufhören kann ich trotzdem nicht. Sorry.

Okay. Okay. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, man hätte mich nicht davor gewarnt, wie nervenzerfetzend es ist, auf eine Veröffentlichung zu warten. Aber dass es mich so mitnimmt – das hätte ich nicht gedacht. Da gingen die Spekulationen hin und her, ist das blöde Ding überhaupt schon irgendwo zu haben heute? Ist mein schöner Countdown nicht vielleicht doch zu kurz gewesen?

Nein, lautet die Antwort. Ich weiß von mindestens zwei Personen, die mein Buch heute schon in der Hand halten. Merke: Ich bin keine davon. Denn Thalia in Bielefeld hat es noch nicht, ich war da – habe sogar nachgefragt. „Kann ich jetzt auch nichts genaues sagen“, war die Antwort. „Wird dann wohl irgendwann im März kommen …“

Nein, das war nicht, was ich mir erhofft hatte …

Auch die Hoffnung, die Belegexemplare doch noch heute zu bekommen, ist schon fast völlig in diesem Jammertal versickert.

Fakt ist: Das Buch ist raus. Es ist E R S C H I E N E N. Ich fasse das nicht, kein Stück. Vor allem, weil ich gerade das Gefühl habe, dass es ohne mich passiert. Und ganz ehrlich: Ich könnte wild rumhüpfen wie Rumpelstilzchen deswegen. Ich will dieses Buch! Jetzt! Ist doch grausam, die Autorin bis zum Schluss warten zu lassen! Oder?

Gestern habe ich es nicht geschafft, einen Artikel zu schreiben. Das lag daran, dass Sophie und ich lieben Besuch hatten – und dass von diesem Besuch noch ein Buch bei mir im Regal stand, dass ich noch nicht zu Ende gelesen hatte, und das ich ihr heute wieder mitgeben wollte. Also musste ich es fertig lesen, in der Zeit, die blieb. Geschrieben habe ich natürlich auch nicht. Aber ich habe das Buch geschafft, es hat mir gefallen, die Besprechung kommt morgen. Heute nämlich habe ich was anderes zu erzählen.

Und zwar davon, wie verrückt es mich allmählich macht, auf meine Belegexemplare zu warten. Merkt man zum Beispiel daran, dass ich letzte Nacht einen echt bekloppten Traum hatte. Und der ging so:

Ich saß mit Sophie, Nadine und meiner Agentin in meiner Wohnung, wir haben Kaffee getrunken und gequatscht, und es war total gemütlich, auch wenn ich nicht mehr weiß, worum es in dem Gespräch ging. Dann klingelte es an der Tür, und als ich aufmachte stand dort eine reichlich zerfleddert aussehende Kiste. Ich wusste sofort: Das sind meine Bücher! Also Kiste geschnappt und mit der gebührenden Flattrigkeit zur gemütlichen Kafferunde zurückgetragen. Aufgemacht, und dann – Verwirrung. Weil, es war kein Taschenbuch, sondern so eine Art Hardcover mit Leineneinband und Schutzumschlag, jedes einzeln eingeschweißt. Eigentlich toll, aber: Das Büchlein war viel zu dünn! Eines rausgenommen, Folie abgerissen, reingespinxt. Ja, das ist mein Text, aber es fehlen ganz willkürlich immer ganze Stücke! Mehr als die Hälfte der Geschichte ist einfach nicht mitgedruckt worden! Und es kommt noch schlimmer: Nur auf der obersten Lage ist das richtige Cover zu sehen. Die anderen Bücher in der Kiste haben zwar den gleichen Inhalt, aber jedes ein anderes Cover UND einen anderen Titel. Bzw. eigentlich zwei, denn der Schutzumschlag stimmt bei keinem Exemplar mit dem Bild und Titel darunter überein …

Der Rest der Nacht verging (zumindest gefühlt) mit der verzweifelten Tätigkeit, von allen Büchern die Folie zu reißen, den Schutzumschlag zu entsorgen und mit einem Edding den richtigen Titel über den aufgedruckten zu schreiben – und dann in noch tiefere Verzweiflung zu stürzen, weil die gleiche Aufgabe noch bei Tausenden Exemplaren in den Buchhandlungen in ganz Deutschland auf mich wartet. Mir ging es nicht gut, als ich aufgewacht bin. Gar nicht gut. Und es hat sich so fürchterlich echt angefühlt, dass ich erstmal kontrollieren musste, ob da nicht wirklich diese böse Kiste in meinem Wohnzimmer steht.

Steht sie nicht. Zum Glück. Aber ich möchte jetzt wirklich, wirklich meine echten Belegexemplare haben. Damit ich nachts wieder ruhig schlafen kann. Bitte bitte, lass es bald an der Tür klingeln …

Ich rede in letzter Zeit so viel von Vampiren. Von denen, die erscheinen, von denen, an denen ich schreibe … dabei gibt es ja noch so viele andere Geschichten in meinem Kopf. Die kommen alle ein bisschen kurz im Moment, was schon schade ist. Und manche müssen auf sehr unbestimmte Zeit verschoben werden. So auch meine Seelensplitter, die ja vom Konzept her noch ganz frisch sind – aber weder meine Agentin noch meine zwei Lieblingstestleser so recht überzeugen konnten. Ich werde diese Geschichte also vorerst nicht schreiben. Und eigentlich sollte ich erleichtert darüber sein, denn ganz ehrlich: Wo um alles in der Welt hätte ich die Zeit dafür hernehmen sollen, zwischen Vampiren und Obsidianstadt und Geisterwolf und einer noch ungeborenen Idee fürs nächste Jugendbuch, mit den Zwillingen und den japanischen Dämonen im Hinterkopf, die angefangen aber nicht beendet sind? Stattdessen macht es mich aber traurig. Die Idee war so lebendig, hat mich so mitgerissen wie es schon lange keine Idee mehr geschafft hat. Ich mag die Atmosphäre, die die Gedanken an diese Geschichte in meinen Kopf malen, ich mag Aidan und Kyra und Mats, die schon mit so klaren und individuellen Stimmen sprechen, ich mag es, wie ich bloß einen kleinen Gedanken anstupsen muss, damit eine ganze Ideenlawine losgeht. Damit ist jetzt erstmal Schluss. Und ich will ja auch nicht jammern, ich bin wirklich glücklich über meine Projekte und alles, was demnächst auf mich wartet. Aber diese Idee, die hab ich wirklich geliebt, und mein Bauchgefühl dafür war echt richtig gut. Es ist komisch, nicht drauf zu hören, wie ich es sonst immer getan habe. Es tut weh, das loszulassen, wovon ich selbst so überzeugt bin. Aber meine Agentin sagt, ich soll nicht so ein Spring-ins-Grün sein, wir müssen erst mal meine Verlage bedienen, und wie man es dreht und wendet, ein Jugendbuch ab 12 werden die Seelensplitter sowieso nie im Leben. Und dass mein nächstes Buch nach den Vampiren ein JuBu für Mädchen 12+ wird, daran führt kein Weg vorbei. Was danach kommt – wer weiß? Für heute beweine ich jedenfalls ein bisschen meine Splitter. Und versuche dann noch ein bisschen zu arbeiten. Und vielleicht finde ich die Idee ja in ein paar Wochen selber doof. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich das hoffen soll.

Es tut sich was in meinem Leben. Das habe ich heute mal wieder deutlich gemerkt, und es ist ein schönes Gefühl. Heute kam nämlich der Vertrag für die Obsidianstadt mit der Post, was mich sehr gefreut hat – auch weil es bedeutet, dass ich bald vermutlich endlich wieder Geld auf dem Konto habe, und das auch, wenn meine erste Staffel Selbstständigenförderung vom Arbeitsamt im März ausläuft. Weil ich jetzt zuversichtlich zum Amt gehen und die nächste Staffel beantragen kann.

Ansonsten habe ich heute ein paar formelle Dinge erledigt, Mails geschrieben, aufgeräumt – und mich getraut, meine neueste Idee meiner Agentin vorzustellen. Weil, ich erwähnte es ja schon mal, ich nicht mehr ohne Warten und Zappeln kann. Nun hoffe ich nur, sie nicht zu nerven damit … manchmal komme ich mir vor wie ein Hündchen, das ständig irgendwelchen Müll anschleppt und dafür gestreichelt und gelobt werden will, egal was für Schrott es ist, denn ich selbst finde es ja ganz toll, was ich da ausgebuddelt habe. Uff. Aber mit ein bisschen Glück mag sie es ja vielleicht auch. Zumindest hoffe ich das. Die Meinungen, die ich bisher zu dieser Idee gehört habe, sind recht gespalten, reichen von langweilig und unoriginell über platt bis zu toll und superspannend und schön. Ich persönlich gehöre selbstverständlich zu letzterer Fraktion und hoffe, meine Agentin ebenfalls auf dieser Seite anzutreffen. Außerdem steht noch ihr Feedback zum Weihnachtsgeschichtenentwurf aus und … ach. Ich zappele einfach vor mich hin und bin wie immer nervös und ängstlich, dass sie doof finden könnte, was ich mir ausgedacht habe. Wie soll das erst werden, wenn sie die Vampire liest? Ich könnte jetzt schon wahnsinnig werden vor Nervosität. Ehrlich.

Da denke ich doch lieber daran, dass morgen mein Countdown in den einstelligen Bereich geht. Einstellig! Das ging plötzlich so schnell! Jeden Tag könnte jetzt so ein bestimmtes Paket hier eintreffen … ah, ja. Ihr merkt. Beruhigungsversuch ist fehlgeschlagen. Was also tun? Ein Whisky, vielleicht. Zum sedieren. Gedanken betäuben. Und dann einfach mal schlafen.

Das wird vermutlich das beste sein.

Eigentlich wollte ich gestern Abend noch in aller Ruhe mein Pensum schreiben. Ich hatte vor dem Iaido schon ein bisschen rumgewerkelt am zuletzt geschriebenen Text, ich hatte gute Ideen, ich hab mich drauf gefreut. Vor allem, weil nach dem Iaido das Schreiben immer ganz besonders gut läuft. Normalerweise.

Ich bin also guter Dinge zum Training gefahren – und kurz nach Trainingsbeginn sagte ich noch scherzhaft zu meinem Lehrer: „Irgendwie fühl ich mich heute so eckig!“ Solche Tage gibts ja.

Aber ab der zweiten Trainingshälfte fühlte ich mich dann von Minute zu Minute komischer. Leichte Gliederschmerzen, dumpfes Gefühl im Kopf, und mir war so unnormal warm … Nach Hause bin ich schließlich mehr geschlichen als gegangen, und das Fieberthermometer hat mir meine Befürchtungen bestätigt: 38° Fieber. Für ein Kaltblut wie mich, wo die normale Körpertemperatur zwischen 35,9° und 36,2° liegt, ist das schon ganz ordentlich. Dementsprechend bin ich dann gestern auch nur noch ins Bett gegangen. Nichts schreiben, nichts gar nichts. Und heute, heute ist es nicht wesentlich besser. Ich sitze gerade 10 Minuten am Rechner und fühle mich schon wieder total gebügelt. Blöde Situation, ehrlich – mir geht es schlecht genug, dass ich nichts machen kann, außer Liegen und Dösen, andererseits aber auch wieder gut genug, dass ich gern etwas anderes machen würde. Mein Kopf ist wach, so lange ich liege und mich nicht bewege. Sobald ich was anderes versuche, bin ich gleich schon wieder am Ende der Fahnenstange.

Tja. Ich leg mich dann mal wieder hin. Und hoffe, dass es morgen besser ist.

Ich könnte zur Zeit ja eigentlich relativ entspannt sein. Mein Schreibprogramm für die nächsten Monate steht, ich soll sogar Geld bekommen dafür, die Vampire kommen langsam auch wieder in Schwung, ich habe schon eine feine Idee für ein Jugendbuch und brauche jetzt nur noch eine dritte fürs Gespräch mit der Lektorin im Mai, und da kommt vorher auch nichts auf mich zu. Das einzige, worauf ich zur Zeit wirklich warte, ist das Erscheinen der Blutgabe – und das ist entspanntes, schönes Warten, wenn man mal von der Ungeduld absieht, die sich natürlich nicht abstellen lässt.

Aber, und da bin ich mittlerweile wohl voll und ganz Berufsautorin – man kann ja nicht mehr ohne Zappeln. Und deshalb, obwohl ich doch weiß, dass keine wichtigen Nachrichten anstehen zur Zeit, schaue ich trotzdem alle fünf Minuten in mein Postfach, ob mir nicht vielleicht meine Agentin geschrieben hat. Wegen … irgendwas. Um mir zu sagen, dass sie mich noch mag oder so, vielleicht. 😉

Nein, im Ernst, ich habe eine wirklich erstaunliche Feststellung gemacht: So sehr ich es auch hasse, zu warten – ich finde es fast noch unerträglicher, auf nichts warten zu können. Wenn alle Verantwortung ganz bei mir liegt, dass ich halt schreiben und voran kommen muss, damit ich etwas produziere, wofür ich Rückmeldungen einfordern kann. Das macht mich völlig kribbelig und auch recht ungeduldig mit mir selbst. Vor allem hemmt es mich und treibt mich in die Prokrastination – nicht so schlimm, dass ich gar nichts mehr tun würde, aber doch so sehr, dass ich zur Zeit keine 1.000 Wörter am Tag geschrieben bekomme, wo ich im November und Dezember in wenigen Stunden locker ein Vielfaches hingelegt habe.

Vielleicht bin ich auch einfach noch müde. Vielleicht liegt es am Wetter. Oder ich brauche einfach mal wieder Bestätigung. Vielleicht, hoffentlich, wenn mein Buch endlich erschienen ist, wird es besser. Denn dann kann ich ja wieder auf Rückmeldungen warten. Und dann ist hoffentlich auch der erste Teil Folgeband fertig, oder zumindest fast. Noch 43 Tage. Wow. Warum geht das eigentlich nicht schneller?! 😉

So langsam krieg ich mich wieder ein. Ich habe zwar seit gestern morgen nichts an meiner Überarbeitung getan, aber ich glaube immerhin, dass ich mich zum Weitermachen disziplinieren kann. Auch wenn ich eigentlich immer noch keine Lust dazu habe. Am liebsten würde ich einfach mal wieder eine Woche gar nichts schreiben, aber ach ja … so ist das, wenn man erstmal richtig ins Geschäft einsteigen will. Dann kann man das nicht mehr so machen, wie man gerade lustig ist. Ich hab’s ja nicht anders gewollt, ja ja …

Und deswegen werd ich jetzt ganz tapfer die Zähne zusammenbeißen und weiter fleißig sein, damit ich mir bald eine Rückmeldung von meiner Agentin holen kann. Und dann bin ich entweder wieder hochmotiviert – oder am Boden.

Hoffen wir das Beste. 😉

Alles doof.

Veröffentlicht: 13. April 2009 in Panikmache und Selbstmitleid, Schreibtischtäter

Echt mal. Obwohl Ostern ist und die Sonne scheint. Eine kleine Warnung: Ich werde hier und jetzt ganz fürchterlich jammern. Ich will nicht, dass irgendwer von euch sich von mir genervt fühlt, also im Zweifelsfall besser einfach nicht weiterlesen, okay? 😉

So, und nachdem die Warnung draußen ist, geht es jetzt los.

Und zwar geht es um folgendes: Ich balanciere zur Zeit mal wieder am Rand einer Krise. Ich hab ein bisschen das Gefühl, ich bin unsichtbar. Oder zumindest winzig klein, wie eine Ameise. Ich arbeite und arbeite, damit ich besser werde, besonders werde, damit mich jemand sieht, irgendwie auf mich aufmerksam wird. Aber wenn es dann soweit ist, wenn mich der Jemand dann wirklich anguckt, dann ist es ihm egal. Eine Ameise, na ja. Nichts Besonderes.  Kriegt einen Fleißpunkt. Und alle Arbeit war umsonst. Immer wieder.

In den letzten zwei Wochen hab ich vielleicht 200 Wörter geschrieben, und zwar ganz kurz nach dem Zirkeltreffen. Ich platze fast vor Ideen zur Zeit. Aber mein Problem ist – ich stecke gerade auch mitten in einer „Alle-anderen-sind-eh-viel-besser-ich-verkaufe-alle-meine-Ideen-weil-ich-sie-nicht-vernünftig-umsetzen-kann“-Phase. Das hat zur Folge, dass ich überhaupt keine Lust habe weiter zu schreiben, weil sowieso nichts so wird, wie ich das gern hätte, und das wiederum liegt ganz sicher daran, dass mein zweiter Vorname Minderwertigkeitskomplex ist, mein dritter Perfektionismus und mein vierter Größenwahn. Und das bezieht sich dummerweise nicht nur auf die Schreiberei, sondern gerade zur Zeit auf alles, was ich so mache. Echt krank. Nervt mich selbst.

Tja. So sieht es aus. Ich fürchte, die ganze Nörgeligkeit kommt daher, weil ich mit so vielen Sachen in der Luft hänge derzeit und einfach nicht weiß, wie es da in naher Zukunft weitergehen wird. Bestenfalls habe ich in absehbarer Zeit einen Agenturvertrag, eine Arbeit, die mich vom Call Center unabhängig macht, und wenn es ganz besonders gut läuft, vielleicht sogar ein bisschen privates Glück (allerdings bin ich ja die mit dem Glück im Spiel, wie man mir immer wieder vorhält – und man kann schließlich nicht alles haben, ihr wisst schon). Schlimmstenfalls ist das Call Center ab August meine einzige Einnahmequelle, und ich habe sonst gar nichts. Japan hab ich zumindest für dieses Jahr sowieso abgeschrieben. Das ist finanziell einfach nicht drin.

Ja. Und jetzt nehme ich einen Stock und verprügele einen Stein. Wer auch immer bis hierher gelesen hat – danke fürs Zuhören. Morgen gehts mir sicher wieder besser. Die Sonne scheint immer noch. Und ich will das Stadtarchiv in Bielefeld besichtigen, morgen. Zu Recherchezwecken. Und dann vielleicht endlich mal wieder was schreiben, was mir selbst gefällt.