Archiv für die Kategorie ‘Reisepläne’

64 – Neue Lesungen

Veröffentlicht: 9. Juni 2011 in Reich und berühmt, Reisepläne

Manche haben es vielleicht schon gehört: Es gibt neues an der Lesungsfront!

Und zwar habe ich für zwei Termine zugesagt: Einerseits am 20. August 2011 im Lesecafé Wiesbaden und zum anderen am ersten Oktoberwochenende (o1.-03. Oktober 2011) auf der Sparrencon in Bielefeld Sennestadt. Auf beiden Lesungen werde ich aus der Blutgabe vorlesen, und ich hoffe sehr, den einen oder die andere von euch dort zu sehen!

Details werde ich sobald wie möglich in der Rubrik „Termine“ auf meiner Autorenseite bekanntgeben. Ach, ich freue mich schon! 😀

Advertisements

65 – Berlin, Berlin

Veröffentlicht: 8. Juni 2011 in Jenes und welches, Kampfkunst, Reisepläne

Ja, ich weiß. Ich war mal wieder scheintot. Es tut mir schrecklich leid, und ich hoffe es kommt nicht so bald wieder vor. Dass es nie wieder vorkommt, will ich mal erst gar nicht versprechen … 😉 Wenigstens hat der Counter einen ganz hübschen Sprung gemacht, da lohnt sich das doch wenigstens.

Zu erzählen habe ich viel, was gut ist, denn so sind die Einträge für die nächsten Tage gesichert. Anfangen möchte ich mit dem Bericht über meinen Kurzurlaub in Berlin Ende Mai, der ausnahmsweise ganz privat war und fast nichts mit Schriftstellerei zu tun hatte. Aber auch nur fast.

Fest steht jedenfalls, dass Berlin in einem Paralleluniversum liegt. Ich kenne dieses Paralleluniversum schon länger, und ich flutsche immer mal wieder hinein. Es ist unserer Realitätsebene sehr ähnlich, fast identisch sogar, und dass ein Ebenenwechsel stattgefunden hat, zeigt sich erst dann, wenn wirklich seltsame Sachen passieren – wie beispielsweise, dass Japan bei der Fußball-WM gegen Dänemark gewinnt und ins Achtelfinale einzieht. Oder dass die Müllabfuhr nachts um halb elf blinkend durch meine Wohnstraße fährt. Dass mein Buch plötzlich zwei Monate früher erscheinen soll, zu einem Zeitpunkt, der ganz bestimmt nicht mit meinem Abgabetermin vereinbar ist. Oder eben, dass der Zug nach Berlin zwanzig(!) Minuten zu früh in Berlin Hbf eintrifft. Das war faszinierend, habe ich noch nie erlebt, sowas. Zum Glück war der gute Mensch, der mich in Berlin beherbergt hat, auch vorausschauend früh losgefahren und schon fast da.

Wir haben dann erstmal in Ruhe zusammen gefrühstückt und ein bisschen gequatscht, bis ich mich auf den Weg zum Elefantentor machen musste, wo ich mich mit ein paar ganz tollen Schreiberlingskollegen getroffen habe (wie gesagt: fast ;-)). Mit denen habe ich dann einen sehr schönen Nachmittag und Abend verbracht. Erst Sightseeing (den Hugendubel Berlin :-D), dann gemütliches Beisammensein im Schleusenkrug mit bekannten und neuen Gesichtern, die mich alle begeistert haben. Ich liebe Schreiberlingstreffen, ehrlich! Da machte es auch gar nichts, dass die Rückfahrt mit der Bahn aus ich weiß nicht welchen Gründen ein bisschen kompliziert war. So hatte ich wenigstens noch Gelegenheit, den Alexanderplatz mit Fernsehturm und Weltzeituhr bei Nacht zu bewundern. 😉

Am Freitag stand dann Shopping auf dem Programm. Zum Glück konnte ich mich gerade noch beherrschen, nicht so viel zu kaufen, dass es nicht mehr in die Tasche für den Rückweg gepasst hätte. Aber warum findet man eigentlich immer nur die Sachen, die man nicht wirklich braucht? Gesucht habe ich Schuhe und T-Shirts, gekauft habe ich Hosen … mehrere davon. Kurze für den Sommer, klar, schadet nicht. Aber trotzdem. Sommerschuhe bräuchte ich schon dringender.

Abends kamen dann zwei Jungs zu Besuch, auf die ich mich auch schon sehr gefreut hatte. Es ist immer so schön, Freunde wiederzusehen, die sonst zu weit weg wohnen, um sie regelmäßig zu treffen. Davon hatte ich dafür in diesen vier Tagen Berlin ganz viel, und es war toll! Eigentlich wollten wir in alter Tradition Arkham Horror spielen, aber dann haben wir doch weintrinkend den Abend verquatscht, und das war eigentlich noch viel besser. Es gab ja so viel zu erzählen, und es ist dann doch einigermaßen spät geworden, obwohl ich doch am nächsten Morgen früh rausmusste …

… um zum Iaido zu fahren. Ja, mein Schwert war auch mit in der Hauptstadt. Denn wenn man schon mal Gelegenheit bekommt, im deutschen Hauptquartier des Eishin-Ryu zu trainieren, dann lässt man das natürlich nicht aus. Überhaupt ist es ja immer gut, seine Techniken auch mal von einem anderen Lehrer anschauen zu lassen, denn der achtet vielleicht auf ganz andere Dinge. Ich bin dann auch enorm viel und enorm pingelig korrigiert worden – aber insgesamt habe ich mich, glaube ich, ganz gut geschlagen. Jetzt muss ich nur noch alles behalten, was ich zumindest theoretisch gelernt habe, und dann langsam daran arbeiten, es praktisch umzusetzen. Fragt mich dann in einem Jahr nochmal, was draus geworden ist …

Samstag Nachmittag war dann wieder ganz easygoing, ich habe mich nochmal mit einem guten Freund getroffen, wir waren zusammen auf dem Weltspieltag am Alexanderplatz, dann Paella essen in einem ganz schnuckeligen spanischen Restaurant, und später noch an den Hackeschen Höfen und Schaufenstershopping in der Oranienburgstraße. Am Ende taten mir ordentlich die Füße weh, aber das war es definitiv wert!

Sonntag habe ich den Kurzurlaub dann ganz entspannt bei einem kleinen Arbeitsgespräch mit meinem Nr.1-Elite-Betaleser ausklingen lassen (jaaaaa genau: fast sagte ich!), einen Charakter gepimpt und an den Vampiren rumgetüftelt. Um 17:49 ging dann mein Zug zurück nach Bielefeld. Und ach … ich überlege jetzt schon, wann ich das nächste Mal wieder hinfahren könnte in die Hauptstadt, um mir einen kleinen Teil vom Rest anzusehen …

Berlin, ich danke dir! Wir hatten eine wunderschöne Zeit, und ich komme gerne wieder!

2011: Japan reloaded

Veröffentlicht: 20. Oktober 2010 in Reisepläne

Da habe ich ja immer gedacht, ich hätte noch quasi ewig Zeit, um meine Work & Travel-Pläne in die Tat umzusetzen. Ihr wisst schon, diese wahnwitzige Idee, die ich hatte. Mich für ein paar Monate in den fernen Osten abzusetzen und auf Biofarmen zu schuften. Wollte ich immer machen, will ich auch heute noch, aber ich hatte noch nicht so konkret festgelegt, wann das sein soll. Wenn es passt, halt. Weil, man ist zwar vielleicht schon was älter, aber so alt nun auch wieder nicht, bis 30 kriegt man ja das Visum, und bis dahin ist’s ja noch hin.

Hab ich so gedacht.

Jetzt scheint es mir aber doch so zu sein, dass der „wenn’s passt“-Zeitpunkt ziemlich genau Herbst 2011 sein wird. Das ist mir so aufgegangen, als ich über meine anstehenden Veröffentlichungen (klingt das nicht immer noch ganz abgefahren toll?? 😀 ) nachgedacht habe. Da japanische Bekannte mir davon abgeraten haben, die Reise über den Sommer zu unternehmen, stand eigentlich von Anfang an fest, dass ich im Herbst fahren und bis zum Frühling bleiben will. Und wenn ich mir in der Hinsicht mal meine Planung anschaue, dann erscheint im Herbst 2012 mein Debüt in jenem großen großen Verlag – da wäre es wohl gut, wenn ich hier wäre. Im Herbst 2013 folgt dann das nächste Buch – dito. Und im Herbst 2014 – ja, da werde ich ja schon 31! Bleibt also nur Herbst 2011. Falls es denn klappt. Bis dahin steht noch viel Arbeit an, ich hätte ein Studium zu stemmen, und wer weiß, wie es sonst weitergeht, mit meiner „Karriere“ und allem. Auch organisatorisch müsste einiges geregelt werden, was Sport und Arbeit im Café und so weiter angeht. Mit der Planung müsste ich dann auch quasi jetzt anfangen, wenn ich das wirklich durchziehen will.

Natürlich kommt mir das alles jetzt irgendwie plötzlich. Aber wenn ich so in mich reinhorche, dann möchte ich es schon machen, doch wirklich, auch wenn ich gerade allein bei dem Gedanken schrecklich nervös werde. Diese Reise ist etwas, was auf meinem Weg definitiv noch fehlt. Ich werde das mal vorsichtig in Angriff nehmen und sehen, wie es sich entwickelt. Ich will einfach später nicht eingestehen müssen, dass ich die Chance verpasst habe. Sowas mache ich nicht. Nicht, wenn ich es verhindern kann – und noch ist es nicht zu spät. Japan – mach dich bereit.

Gestern hatte ich meinen ersten Probetag im Supermarkt bei mir um die Ecke. Probetag heißt in dem Fall: Zwei Stunden dumm hinter der Kasse stehen und jemand anderem beim Kassieren zugucken. Ständig geht die Ladentür auf und zu, und schon nach kürzester Zeit hat man einen steifen Hals und rennt nach hinten, um seinen Schal zu holen. Chefin ist unsympathisch, und mies bezahlt ist das ganze auch noch. Am Ende bin ich mir nur über eins sicher: Ein anderer Job muss her. Aber was für einer? Und woher nehmen?

Gut, dass ich noch nichts unterschrieben habe.

In meiner Verzweiflung wähle ich heute mittag dann schließlich die Nummer, die ich mir in der Straßenbahn von einem Plakat abgeschrieben habe. Und – man soll es ja nicht glauben – manchmal hab ich ja doch ein bisschen Glück.  Mir doch egal, ob ich dafür meine Seele verkaufen muss. Morgen schon ist mein Einstellungsgespräch bei einem dieser Vereine, die wie lästige Fliegen immer wieder deine Ohren vollsummen und dich nie mehr in Ruhe lassen, wenn sie sich einmal an dich geheftet haben: Call Center. Ehrlich, ich weiß wovon ich spreche. Mit Fliegen kenn ich mich aus.

Aber egal, der Entschluss ist gefasst. Ich werde massig Interviews führen und massig Kohle damit verdienen. Und dann ist Japan schon wieder nicht mehr ganz so außer Reichweite, wie ich seit Anfang des Jahres den Eindruck hatte. Zumindest ist das der Plan. Ich werde berichten, wie es wirklich läuft. Aber dazu morgen mehr.