Archiv für die Kategorie ‘Schreien Singen Hüpfen Saufen’

Gestern Abend habe ich keinen Eintrag mehr geschafft, weil ich so müde war – aber ich möchte trotzdem nicht verpassen, über das großartige Autorentreffen in Hamburg zu berichten, auf dem ich am Wochenende war. Vor allem muss ich dazu sagen: Es war ein Glück, dass ausgerechnet an diesem Wochenende so ein Treffen stattfand, sonst hätte ich nicht gewusst, wohin mit mir und meiner Aufregung. An dieser Stelle noch einmal ein dickes „Danke!“ an alle, die diese Stunden mit mir geteilt haben.

Besonders spannend war natürlich unser gemeinsamer Siegeszug in eine kleine Buchhandlung in Harburg. Meine eigenen Belegexemplare waren ja nicht rechtzeitig da, daher hatten wir am Freitag noch 6 Exemplare über libri.de bestellt, die dann in eben jene Buchhandlung geliefert wurden. Am Samstag sind wir dann im Pulk dort aufmarschiert, kichernd und quietschend wie Teenies, die gerade das neue Twilight-Buch abholen. 😀 Und obwohl die Vereinbarung eine andere war, wurde ich natürlich von den Mädels unfreiwillig „geoutet“. Das war sehr skurril. Und auch, dass dann überall im Wohnzimmer mein Buch herumlag. Und gestern, als ich nach Hause kam, standen dann tatsächlich auch zwei riesige Kisten vor meiner Wohnungstür. Die habe ich inzwischen ausgepackt und eine hübsche kleine Büchermauer auf meinem Esszimmertisch gebaut. 😉 Ich bin glücklich und kuschele die ganze Zeit mit einem Buch, muss es immer wieder anfassen um mich zu vergewissern, dass es wirklich echt ist …

Aber auch abseits von meiner ganz persönlichen Autorenfreude war es ein wirklich tolles Treffen. Liebe Menschen, spannende, mitreißende, lustige und schöne Texte, leckeres Essen, Sekt und Wein – kurzum alles, was man als Schreiberling zum Glücklichsein braucht. Dank des Treffens bin ich hochmotiviert, mich trotz Freudentaumel wieder an die Arbeit zu begeben. Und ich kann das nächste Treffen gar nicht erwarten. 😀

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Na klar – WACKÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖN! 😉

Und hier ist er dann auch endlich, mein Wackenbericht. Für alle mäßig Interessierten hier zunächst die Kurzfassung: Sex, Drugs and Rock’nRoll! Alles! 😉 Zu kurz? Na gut. Also: Ich lebe noch, mir geht es gut, es war wirklich lustig und ich bereue es nicht, hingefahren zu sein. Nur ziemlich platt bin ich jetzt, und ein bisschen heiser.

Für alle, die mehr wissen wollen, die Laaaaaaaaaangfassung, nach Tagen gegliedert:

Mittwoch:

So gegen halb elf am Morgen wurde ich von den zwei jungen Wilden, die mich Ende letzten Jahres tatsächlich überzeugt hatten, mir trotz chronischen Geldmangels diese schrecklich teure Karte zu kaufen, in Oerlinghausen abgeholt. Nach ein bisschen Live-Tetris im Kleinwagen haben wir dann tatsächlich auch alles Gepäck untergebracht und los ging’s – und was soll ich sagen, ich glaube, so schnell war ich noch nie in Wacken. Wir hatten quasi keinen Stau auf der Hinfahrt, bis auf ein bisschen zähfließenden Verkehr zwischendurch. Sehr angenehm, wirklich. Selbst die Zufahrt zum Campinggelände war frei.

Kaum angekommen, habe ich dann als erstes diese kleinen blauen Häuschen aufgesucht, die zu dem Zeitpunkt noch blitzblank und quasi jungfräulich waren – tatsächlich waren sie das ganze Festival über recht gut in Schuss, das hat mich echt beeindruckt. Kein Vergleich zu alten Zeiten. Jedenfalls, wie ich so über die Wiese stakse, gleich von links der erste Schrei: „Hey, willste nicht mal dein T-Shirt ausziehen?!“ Äh, nein. Aber danke für den Ego-Schub. Und ich weiß: Jetzt bin ich wirklich in Wacken. 😀

Beim Zeltaufbau fings dann an zu nieseln, und kaum stand das Zelt, ging die Schleuse auf, fiel der erste zünftige Wacken-Schauer, inklusive einem Wind, der mir fast das Dach über dem Kopf weggepustet hätte. Zehn Minuten, dann wars vorbei. Und zum Glück hatten wir ab da nur noch sehr wenig Regen, sogar viel Sonne. Ich bin richtig braun geworden. 😀

Was mir beim Bändchen-Holen dann als erstes aufgefallen ist: Wacken ist RIESIG geworden. Der Wahnsinn. Ich hab mich kaum noch ausgekannt. Wir haben dann auf dem Rückweg gleich auch mal ein ordentliches Stück vom Gelände besichtigt, ehe wir unsere Zelte wiedergefunden hatten. Aber dann wussten wir auch, wo das nächste Duschcamp war.

Ein paar Bands haben am Mittwoch auch schon gespielt, im „Wackinger“-Wikingerbereich neben dem eigentlichen Festivalgelände. Dieser Bereich ist eine Neuerung, die ich im Grunde sehr gut finde – vor allem an den eigentlichen Festivaltagen entzerrt es diese gigantische Masse von Menschen, die sich so auf mehr Bühnen verteilen, und das macht das Konzerte schauen deutlich entspannter. In den meisten Fällen. Aber dazu später. Dort haben wir jedenfalls Lord of the Lost gesehen, die ich von dem Augenblick an cool fand, als sie „Bad Romance“ von Lady Gaga in ein Metalstück verwandelt haben, das echt gerockt hat. 🙂 Und dann, später, Fiddler’s Green. Die machen eine exzellente Stimmung, die Jungs, das kann man nicht anders sagen. Aber voll wars, ich bin also nicht bis zum Schluss geblieben, weil ich irgendwie keine Lust auf Gequetsche hatte. Danach sind wir dann ganz untrue ins Bett gegangen, es regnete auch wieder und man war nach der Anreise doch irgendwie kaputt.

Donnerstag:

Donnerstag hatten wir den Tag über viel Zeit, was wir zum Einkaufen genutzt haben. T-Shirts für die Jungs, und eine Flasche Sekt und Grillfleisch im Edeka. Überhaupt haben wir nicht viel gegessen auf dem Festival, und ich habe fast 2kg abgenommen. Einfach keine Lust gehabt, war ja auch so lustig, und das Bier hilft dann auch schneller.

Abends haben wir uns dann Alice Cooper angesehen, was ja nicht so ganz meine Musik ist, aber wenn man schonmal die Gelegenheit hat, nimmt man’s ja doch mit. Und dann Iron Maiden, naturalmente, sí claro. Während die Jungs aber tapfer vorne ausgehalten haben, habe ich mich schon nach 10 Minuten nach hinten zu den erhöht gelegenen Toilettenhäuschen zurückgezogen und habe mir das Spektakel von dort aus angesehen. Vor allem, weil ich vergessen hatte, meine Sandalen gegen die Halbschuhe zu tauschen – mit dem Erfolg, dass ich einen hübschen Bluterguss auf dem linken Fuß habe. Von den blauen und grünen Flecken an meinen Schienbeinen, Rippen und der Hüfte reden wir mal gar nicht, aber dagegen helfen ja auch die besten Schuhe nichts. Die Show war jedenfalls auch von weitem beeindruckend, allein schon wegen dieser gigantischen Masse an Leuten. Klar, Donnerstag Abend ist ja nur die True Metal Stage offen, und da waren dann wohl alle Weiß-Ich-Nicht-Wie-Viel-Tausend Menschen da, um Maiden zu sehen. Hat man auch gemerkt, als alle wieder rauswollten. Ich bin dann schon während des letzten Liedes gegangen, um nicht da rein zu geraten. Danach wieder schlafen – man wird ja auch nicht jünger.

Freitag:

Freitag war ein ziemlich geschäftiger Tag. Wir haben mal damit angefangen, nach einem Zwei-Toast-mit-Nutella-Frühstück um 12 das erste Bier zu trinken und uns dann langsam zum Sekt vorzuarbeiten. Man wollte ja in Stimmung sein für die Konzerte. Außerdem verfällt man beim gemütlichen Schlückchen auf wunderbar tiefsinnige Diskussionen wie zum Beispiel darüber, ob es möglich ist, dass man nur eine erfundene Person ist, weil der Kollege nicht allein aufs Wacken fahren wollte, und was für Konsequenzen dann wohl der Alkohol auf diese Person hat, wenn er doch selbst gar nichts trinkt. Danach war gerade noch Zeit, für eine kleine Weile den Rücken im Zelt lang zu machen und sich dann schnell bei The BossHoss in die erste Reihe zu stellen. War das gut! Machen die Jungs eine Stimmung! Ich war begeistert, ehrlich. Und doppelt gut war, dass wir danach für Kamelot gleich in der ersten Reihe stehen bleiben konnten. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, und noch weniger damit, dass man in der ersten Reihe so entspannt feiern kann, nachdem es vortags bei Maiden so anstrengend war. Aber nein, es war super und machte Mut für weitere Konzerte. Da wusste ich ja auch noch nicht, was abends bei Equilibrium auf mich zukommen würde. Das war für mich – leider – der absolute Tiefpunkt des Festivals, obwohl ich mich auf die Band sehr gefreut hatte. Von der Band habe ich nämlich quasi nichts gesehen. Eine Fehlorganisation ohnegleichen, und ich werde dem Orga-Team deswegen auch noch eine Mail schreiben. Eine Band wie Equilibrium nämlich, die nicht zum ersten Mal in Wacken spielt, und von der man weiß, dass sie ein großes Publikum hat, das sich auch kräftig bewegt während des Konzerts, auf die Wackinger-Stage zu stellen, ist der größte Mist, den sie sich hätten ausdenken können. Und damit bin ich nun beim Ärger über die Wackinger-Area angekommen. Zum Einen war die Soundanlage nämlich nicht darauf ausgelegt, den ganzen Wackinger-Bereich zu beschallen – und der war gerammelt voll, bis in die letzte Ecke. Wir waren mehr als eine Stunde zu früh da, standen recht weit vorn, und schon ehe das Konzert losging, war es eng wie im Mastzuchtbetrieb. Schon bevor es losging wurde dermaßen gedrängelt, dass wir getrennt wurden, und als das Konzert losging, hatte ich innerhalb von Sekunden keinen Boden mehr unter den Füßen. Ich wollte nur noch raus, dachte, ich machs wie bei Maiden und stell mich nach hinten, um mir die Band in Ruhe anzusehen. Aber Fehlanzeige. Zum Anderen nämlich fiel der Boden vor der Bühne erst ab, stieg dann leicht an und fiel dann wieder ab. An keiner einzigen Stelle konnte ich mehr sehen als die oberste Leiste der Lichtanlage, und zu hören war auch kaum was. Zu meinem Glück habe ich mich recht schnell mit zwei lustigen Italienern angefreundet, die mich abwechselnd auf den Schultern getragen haben, so dass ich das ganze Fiasko in vollem Ausmaß bewundern konnte: Es war ein einziger Hexenkessel, viel zu viele Leute auf zu engem Raum. Und weil die Wackinger-Area nicht zum eigentlichen Festivalgelände gehört, gab es auch keine Kontrollen wegen spitzen Nieten oder so. Spätestens, als ich diesen Typen gesehen habe, der sich von vorn zu uns durchgekämpft hat, das halbe Gesicht blutüberströmt, ist mir echt der Arsch auf Grundeis gegangen und ich hab bloß gehofft, dass meinen Jungs da vorn nichts passiert. Das war echt der allerletzte Müll, aber mal ehrlich. Da war ich echt böse. Aber beide sind zum Glück heil wieder rausgekommen, und wir konnten uns friedlich zum Abendessen eine Dose Ravioli teilen. Corvus Corax hätte ich eigentlich auch gern noch gesehen, aber mir war dann die Lust vergangen, also hab ich den Tag dann abgeschlossen.

Samstag:

Samstag war sehr gemütlich. Wir haben so gut ausgeschlafen, wie man das in Wacken eben kann, mal wieder zwei Toasts gefrühstückt (denn auch auf Festivals braucht man seine Rituale), unser 12 Uhr-Bier getrunken und ein paar Chips nachgeschoben, für die Elektrolyte. Dann sind wir noch eine Runde übers Festivalgelände gestreift, und ich habe es nach etlichem Hin und Her doch noch geschafft, eine Freundin aus dem Tintenzirkel zu treffen. Ein kurzes Treffen, aber ich bin echt froh, dass das doch noch geklappt hat! Ganz lieber Gruß an dieser Stelle ans Federchen! 😀 Bei der Gelegenheit sind wir dann auch noch dazu gekommen, The New Black zu sehen, die ich bis dahin nicht kannte. Aber eigentlich gings mir an diesem Tag nur um die eine Band, auf die ich das ganze Festival gewartet habe, und das war Edguy. Tatsächlich haben wir dann auch Plätze in der ersten Reihe ergattert, und ja – es war tatsächlich das beste und coolste Konzert des Festivals. Danach haben wir einstimmig beschlossen, dass wir jetzt nichts anderes mehr anschauen, um diese Euphorie nicht kaputt zu machen, und haben einen sehr entspannten Abend im Zelt verbracht, mit Dosenspaghetti (manche sagen auch Fleischnudeln …) und mehr tiefsinnigen Gesprächen über Füße und Äpfel.

Sonntag:

Über die Heimreise gibt es nicht viel zu berichten, außer, dass wir zwar längst nicht so schnell waren, wie das Navi uns weismachen wollte, aber doch immerhin schneller, als ich erwartet hätte. Ich hatte jedenfalls kein einziges Mal die Gelegenheit, mitten auf der Autobahn auszusteigen. 😉

Tja, und nun bin ich wieder zu Hause, freue mich über mein Bett und mein Badezimmer und bin insgesamt sehr zufrieden. Bemerkenswert wenig Schnapsleichen im Vergleich zu früher, kaum Schlamm … viel Platz für Nostalgie bleibt da nicht, aber dafür hatten wir Survival-Camping wie früher, ohne Tisch, Stühle oder Pavillon. Na gut, wir hatten einen Gasgrill. 😉 Nächstes Jahr spielen Blind Guardian, Apocalyptica und AVANTASIA. Vielleicht … hmm … vielleicht. Mal sehen. Ist ja noch ein bisschen Zeit.

Und wer jetzt bis hierher durchgehalten hat, der darf „Ausdauer“ verbilligt steigern. 😉 Danke fürs Lesen!

Happy happy Gamma Ray …

Veröffentlicht: 10. Februar 2010 in Schreien Singen Hüpfen Saufen

Paaarty People!!! 😀

Ach nein. Das war wer anders, stimmt ja. Aber egal. Gestern war ich wie angekündigt auf dem Secret Sphere-Freedom Call-Gamma Ray-Konzert, und was soll ich sagen außer: YEEEAH! Ein ganz klein bisschen traurig war ich, dass sie „Real World“ nicht gespielt haben, und ein bisschen länger hätten sie ruhig auch machen können – knapp anderthalb Stunden sind dann doch ziemlich kurz. Mir wären noch ZIG Lieder eingefallen, die ich unbedingt gern mal wieder live gehört hätte ( einen Großteil davon haben wir dann auf der Rückfahrt von der Skeletons In The Closet nachgeholt 😉 ).

Aber wie habe ich mich über „Abyss Of The Void“ gefreut! Und über „Man On A Mission“! Und „Gardens Of The Sinner“! Insgesamt war ich also sehr, sehr glücklich über die Titelauswahl, auch wenn sie für die nächste Tour „To The Metal“ gern wieder rauswerfen könnten und zu „Heavy Metal Universe“ zurückkehren, das ist zum Mitsingen und Abgehen einfach viel besser geeignet. So meine Meinung. Dieses Mal mussten sie es spielen, weils auf dem neuen Album ist. Seh ich ein, ja. 😉

Insgesamt habe ich gestern die erschreckende Feststellung gemacht: Ich werde alt. Mittlerweile gehöre ich weniger zu den jungen Wilden, die mit Hingabe die neuen Platten verschlingen. Stattdessen habe ich mich mehr der Fraktion derer angeschlossen, die die ganze Zeit auf die alten Schätze warten. Fragt sich also: Sind die neuen Platten wirklich nicht mehr so innovativ wie die alten? Oder liegt es tatsächlich an mir? Schreck lass nach …

Davon mal abgesehen machen mir Gamma Ray aber immer noch genau so viel Laune wie eh und je. Und ich war erleichtert zu sehen, dass Kai Hansen doch noch seine Haare hat. Nachdem man ihn in den letzten Jahren fast ausschließlich mit Mützen und Hüten zu sehen bekam, breitete sich doch allmählich die Angst aus, dass er mittlerweile nur noch einen Haarkranz hat. Das wurde gestern zum Glück revidiert. Überhaupt ist der Kai immer noch ein äußerst attraktiver Kerl, so viel sei gesagt, trotz deutlichem Bierbauch-Ansatz. 😉

Kurz ein paar abschließende Worte noch zu den Vorbands. Secret Sphere sind … so Italiener halt. Dieser ultrahohe Trällergesang liegt mir persönlich ja gar nicht. Die Tigerhose des Sängers ging auch gar nicht – und dass er sich vor den hohen Tönen in den Schritt packt, erst recht nicht.

Freedom Call waren gut gelaunt wie immer, aber ich muss Jan zustimmen: Ein paar mehr Fanfaren hätten nicht geschadet. Trotzdem eine gute Einstimmung auf Gamma Ray.

Und jetzt bin ich heiser, mein Nacken tut mir weh, und ich will bald, bald wieder auf ein Konzert. In dem Sinne: Haaaaail To The Metööööööl! 😉